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Die Gewinnung von Energie aus Biomasse ist umstritten. In der Debatte über verstärkten Maisanbau und Anlieferverkehr kommt jedoch häufig die Tatsache zu kurz, dass diese regenerative Energieform sich in einigen Regionen Deutschlands zu einer wichtigen Quelle von Wertschöpfung entwickelt hat. In Nordfriesland etwa, einem 160.000-Einwohner-Kreis an der Westküste Schleswig-Holsteins, sind binnen eines Jahres allein aus Einspeisevergütung über 40 Millionen Euro in die Kassen der Betreiber – fast ausschließlich Landwirte aus der Region – geflossen. Das hat der Projektmanager der als Bioenergie-Region ausgezeichneten AktivRegion Nordfriesland Nord Torsten Schmidt-Baum anhand von Erhebungen des Netzbetreibers für 2009 errechnet.
Dieser Einspeisung sind Investitionen in Millionenhöhe vorausgegangen, mit allen positiven Auswirkungen für das regionale Handwerk, für Dienstleister und Banken; weitere sekundäre Effekte, zum Beispiel aus Service und Wartung, kommen ebenfalls dazu, betont der Regionalgruppensprecher des Fachverbandes Biogas Hans-Ulrich Martensen: "Biogas ist nicht nur ein wichtiges Standbein dezentraler Energieversorgung, sondern auch ein bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor."
In der aktuellen Diskussion werde häufig auch übersehen, dass keinesfalls immer und ausschließlich Mais "Hauptfutter" für Biogasanlagen ist, so Torsten Schmidt-Baum. Um in Schleswig-Holstein zu bleiben: Nur rund die Hälfte des derzeit im nördlichsten Bundesland auf gut 184.000 Hektar angebauten Maises wird nach Angaben der Landwirtschaftskammer zur Biogasgewinnung verwendet, die andere Hälfte als Tierfutter. In den Anlagen werden zudem zu erheblichen Anteilen auch Grasschnitt und andere organische Substanzen, vor allem aber die bei Bauernhofnachbarn so unbeliebte Gülle zu Gas vergoren, zunehmend auch Rüben.
